Samstag, 10. Oktober 2015

Sigala: Easy Love



He is back: Mr. Michael Jackson.
Natürlich nicht höchstpersönlich und himself, sondern eine clevere Remix-Variante, die das Original dann wohlweislich verschweigt, denn wer kümmert sich heut schon noch darum, woher was stammt. Ist ja eher irrelevant. Hauptsache es funzt.

Easy Love scheint genau das zu tun: Einzuschlagen und das gebeutelte europäische Volk mit Glückseligkeit zu verwöhnen. So einfach ist es: Ein House-Beat mit 90er Piano, ein 70er Sample, ein Kindervideo in kakelbunten Farben und natürlich auch ein paar zackige Choreographien wie aus dem 80er Musikdrama Beatstreet. Zitatenmischmasch pur, der alle erreicht: Die Nostalgiker genauso wie die Clubgänger, die Radiohörenden und die Computernerds. Je nachdem wie bewusst das alles zusammengerührt wurde, gebührt dem Produzenten Sigala Bewunderung. Oder zumindest das Zugeständnis, dass er ganz treffsicher die Zeichen der Zeit erkannt hat.



Und so wird also auch der King of Pop gnadenlos ins nächste Jahrzehnt gebeamt. Puristen dürfen hier gern auch darüber herumwundern wie gnadenlos das geschieht. Wenn wir jetzt genauer hinter die Hitfabrik Jackson 5 schauen und dann dazu die vermeintlich fröhlichen Kinder in der Inszenierung betrachten, dann lässt sich durchaus auch ein eiskalter Zynismus erkennen. Da werden die 10er richtig blaß dagegen.

Sehr viel mehr gibt es dann zu Easy Love auch gar nicht mehr zu sagen. Höchstens noch, dass dieses Rezept des postmodernen Mixtopfs selbst auch schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Und erfolgreich war. Zum Vergleich empfehle ich mal den 2010er Track My Feelings For You von AVICII anzuhören. Das ist – auch wenn das Sample hier im Original von Gwen McCrae stammt – nahezu identisch mit Easy Love. Sigala packt nur ein bisschen mehr Radiotauglichkeit drauf und hat Glück, dass die Klingeling-Refrains nach mehreren Hits von KYGO fest etabliert sind im mitteleuropäischen Gehör.

Wer es etwas weniger kommerziell und nervend mag, der/die muss sich die Remixe von Easy Love zu Gemüte ziehen. Zumindest der von DJ Zinc liefert da ein paar ganz schöne und etwas düstere Nuancen.


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