Die Sommerpause 2011 ist vorüber – endlich! Zu erkennen ist das daran, dass es plötzlich wieder jede Menge neuer Musik zu erforschen gibt. Nicht bloß mal so ein oder zwei relevante Titel … Wobei, neue Musik gab es natürlich auch im Sommer 2011 en masse – nur eben konnte sie sich nicht in der breiten Masse durchsetzen, weil die großen Labels arg vorsichtig und unsicher agieren und in den Sommermonaten nichts riskieren wollen. Mitte August nun endlich ist die Flaute vorbei. Ein Blick in die aktuellen Charts sagt uns: 13 Neueinsteiger! Das ist schonmal ordentlich und nahezu der Spitzenwert im Jahr 2011. Klar gab es vor zwei drei Jahren auch schon Zeiten, in denen 20 neue Titel pro Woche der Standard waren …
Der Titel, der sich am schnellsten durchsetzen konnte, gehört zu einem Film. Ob es nun dieser Link ist oder der Titel so ganz für sich allein attraktiv genug ist, das bleibt wilde Spekulation. Ich für meinen Teil bin ziemlich überzeugt, dass ohne den Film What a Man auch New Age von Marlon Roudette wenig Chancen gehabt hätte. Zumal der Titel ohne den Film gar nicht existieren würde. Der neue deutsche Filmstar Matthias Schweighöfer, der What a Man geschrieben, gedreht, zum Teil auch geschnitten und natürlich die Hauptrolle gespielt hat, hat nämlich auch ganz gehörig an der Zusammenstellung des Soundtracks mitgewirkt. Und wenn man den Gerüchten glauben schenken darf, dann war es Herr Schweighöfer sogar persönlich, der Marlon Roudette bat, den Titelsong zu schreiben.
Worum geht’s in What A Man? Alex Nowak wird von seiner Freundin verlassen und versucht daraufhin, sich selbst (und ihr natürlich) zu beweisen, dass er ein richtiger Mann ist. Logisch dass das nicht ohne sehr viel Komik geht. Der neue deutsche Film setzt mal wieder auf locker-lustige Beziehungskomödien. Nicht wirklich neu, aber immer noch sehr beliebt und auch von der Mehrheit der Filmbewerter und Kritiker sehr gemocht. Dazu eine prächtige Werbemaschinerie und schwupps… der Film lockt sofort am Startwochenende 340.000 Zuschauer ins Kino und legt damit das beste Ergebnis seit Kokowäh hin. Bezeichnenderweise genau der Film, der zuletzt einen Soundtrack-Titel bis an die Spitze der Verkaufscharts katapultieren konnte (HURTS mit Stay Platz 2).
Marlon Roudette selber ist kein Unbekannter in Deutschland. Er war/ist eine Hälfte des britischen Duos Mattafix, welches besonders 2005/2006 mit Big City Life erfolgreich war. Es reichte sogar für drei Wochen zum meistverkauften Titel – in der Jahresauswertung 2006 dann Platz 7. Fünf Jahre Differenz, da lassen sich durchaus schon mal Vergleiche anstellen: Wo hat sich der erfolgreiche Sound und damit der Geschmack der breiten Masse hinbewegt. Erster Eindruck, die Grundstimmung ist ähnlich: romantisch verklärte Melancholie. 2006 war das Ganze allerdings wesentlich rhythmusorientierter, angereichert sogar mit einem Rap-Part und eindeutig synthetischem Sound. In der extremeren Version hieß das damals Electro-Clash.
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