Freitag, 15. Februar 2019

Eno Feat. Mero: Ferrari



Dritter No.1-Hit für Mero. Erster für Eno, der offenbar marketingtechnisch gut andockt bevor er sein Album Fuchs auf den Markt wirft. Das ist die neue Generation, die in dieser Woche auch Azet & Zuna hinter sich lässt.

Dass die Jungs nichts weiter als feiern wollen, ist schon klar. Also fackeln sie mit Ferrari mal ein schön zusammengeschmissenes Feuerwerk an Lines und Bildern zusammen. Es geht um nichts in diesem Song - einzig um die Party. Schnelle Worte, bunte Bilder, teure Klamotten; Beats - und jede Menge Realitätsflucht. Labelbaba Xatar beweist einmal mehr, dass er sehr genau weiß, worauf die Kids abfahren. Dafür darf er dann auch hier mal ganz gönnerhaft im Video posieren.



Witzig an den beiden ist die Beobachtung, wie schnell und konsequent die Zeichen umgedeutet werden. Da tanzen sie doch ganz selbstbewusst in Hoodies der Marke DSquared herum, die vor zehn Jahren der Inbegriff eines schwulen Prol-Chics war. Eno & Mero müssen das gar nicht wissen. Sie definieren den Style zum Straßenlook um und sehen darin völlig selbstverständlich aus.

Diese Unbeschwertheit, irgendwie ja auch grenzenlose und sorgenfreie Naivität ist das Faszinierende an den beiden Jungs. Damit stechen sie ihre älteren Kollegen aus, die ja doch immer ein kleines bisschen zu ernst rüber kommen. Oder vielleicht doch noch die eine oder andere Message haben. Um solchen Kram müssen sich die beiden nicht kümmern.

Jetzt kann man natürlich schon fragen, was mit solchen Buben passiert, die mit 18 im Ferrari spielen und auch sonst eigentlich alles kriegen was sie wollen. Fürchterliche Beispiele solcher gelangweilten Gören gibt es ja genug. Was macht die beiden dann eigentlich mit 30 an? Haben die überhaupt noch Werte oder Träume?

Alle, die älter als 22 sind, können bei solchen Fragen vermutlich schonmal das große Kopfschütteln kriegen. Und in das jahrhundertealte Gejammere einstimmen: Diese Jugend ...

Gut ist, dass die Jungspunde von heute ihre Suppe selbstverständlich auch ganz allein wieder auslöffeln müssen. Wie ihre Welt in 20 oder 30 Jahren aussieht, bestimmen sie selbst. Besser als jetzt wird es vermutlich auf gar keinen Fall.

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