Freitag, 14. August 2020

KitschKrieg feat. Jamule:
Unterwegs

Auch schön, dass junge Rap-Popper sich doch auch hin und wieder an der Musikgeschichte bedienen. Hier sind es KitschKrieg, die einen Hit von Seeed aus dem Jahr 2005 neu interpretieren.

Und das Ergebnis ist sogar einigermaßen cool. Das liegt nicht nur am lazy Original, sondern auch am Talent der KitschKrieger. Die haben schon ein gutes Gespür für Cool- und Catchyness.

Für Unterwegs haben sie sich passend einen charming boy gesucht. Ja, mit Jamule würde ich auch schonmal ne Nacht lang rumziehn. Schön verpeilt abhängen und sich daran freuen, wie die Zeit so vergeht. Da muss er nicht lange betteln.

Natürlich ist auch ad hoc klar, dass das alles nicht länger als eine Nacht andauern kann. Der Kindercharme bröckelt spätestens dann, wenn die Sonne aufgeht. - Egal. Wer will schon immer an den Alltag denken, wenn es doch unendlichen Spaß gibt? Dafür ist dieser Track gemacht. Und da ist er auch sehr nah dran an der Vorlage.

Seeed wollten nichts anderes als zur Party einladen. Das Leben genießen ohne wenn und aber. Im Jahr 2005 war ihr Dancehall-Style noch nicht allgegenwärtig. Die entspannt dröhnenden Beats waren komplett anders als der Rest der Hitproduktionen. Und noch mehr. Wer sich Aufstehn reinzieht entdeckt auch heute noch jede Menge an musikalischen Gimmicks.


Im Vergleich dazu ist Unterwegs dann doch etwas einfacher gestrickt. Was wir da hören ist das gängige Repertoire con mindestens der Hälfte aller Ragga-Rap-Produktionen. Allerdings verdammt effektvoll eingesetzt. Zumindest was den Beat angeht. Und dass sie tatsächlich ganz lässig zu Bläsersatzsounds übergehen hat ernsthaft Klasse. Da verzeihe ich sogar fast, dass auch nach gefühlt 20 Jahren Dauereinsatz Autotune offenbar immer noch unverzichtbar ist.

Fazit: Cooler Track, der als Instrumental vermutlich noch um einiges schärfer ist. Allerdings dann für die Zielgruppe der Teenies und Nicht-Erwachsen-werden-wollenden-20er nicht mehr funktioniert.



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